Die Alm im Wandel der Zeit
Bereits in dritter Generation lädt das Traditionsgasthaus zur Einkehr ein
Im Jahr 1936 übernahm "Tante Gertrud" mit ihrem Mann Josef das Lokal, das so eigentümlich in die städtische Landschaft auf halbem Weg zwischen Alt- und Neustadt eingebettet liegt. Seit 1999 setzt der gelernte Koch Markus, Sohn der langjährigen Wirtsleute Marianne und Johannes "Hennes" Redeker, die Familientradition fort.
Etwas anders als seine Eltern, aber auch die traten schließlich in ihrer "Amtszeit" nicht auf der Stelle, sondern bauten nach und nach die Alm zu einem attraktiven Treffpunkt für gesellige Stunden, attraktive Familienfeiern oder spaßige Kegelabende aus.
Nicht selten passiert es im Sommer auf der schönen Bierterrasse hoch oben über den Dächern der Warburger Altstadt, dass bei einem strahlend blauen Himmel ein verdächtiges Grollen ein unerwartetes heraufziehendes Gewitter ankündigt.
Der Schein trügt, denn vor 20 Jahren kam Hennes Redeker auf die Idee, die Attraktivität seines Lokals durch eine Kegelbahn zu steigern. Das dunkle Gewittergrollen sind die rollenden Kugeln im Untergeschoss, die auf dem Weg in die Vollen sind.
Es gibt jede Menge Geschichten, die mit dem Gasthaus "Zur Alm" zusammenhängen und die dort gern die Runde machen. Sie handeln von prominenten Besuchern wie dem Komiker Karl Dall und den Insterburgern, von Götz George oder solch hohen Persönlichkeiten wie dem Paderborner Kardinal Johannes Joachim Degenhardt.
Doch auch "das liebe Vieh" spielt in der Geschichte des Hauses eine Rolle. Der goldene Hahn ziert das Wappen, Opa Johannes Mennes Stammsitz war ein Hühnerhof.
Ein goldener Hahn wurde aber auch zum Schrecken in einer Morgenstunde, als dieser am Hochzeitstag von Marianne und "Hennes" seinen angestammten PLatz auf dem evangelischen Kirchturm verließ und von der Höhe durchs Dach im Flur der Menneschen Wohnung landete.
Jahre später krachte ein verwirrter Rehbock durchs Gebälk. Johannes Laudage aus der Sackstraße brachte auch zu geselliger Runde schon mal sein Pony mit an den Tresen.
Die langen Wintermonate auf der Alm läuten viele Gäste mit der traditionellen "Bayerischen Woche" im Oktober ein und verkürzen die Zeit später bei einem Candle-Light-Dinner, leckeren Gänsekeulen in der Weihnachtszeit, einer Grünkohlwanderung oder der Rosenmontagsparty. Schon bald aber folgen wieder die gemütlichen, lauschigen Abende auf der Terrasse.